Tim Biernoth

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"Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen."

Johann Wolfgang von Goethe


Inhaltsverzeichnis

  1. Meine Geschichte

    1. Ab 1984
    2. Ab 1990
    3. Ab 1995
    4. Ab 2000
    5. Ab 2005
    6. Ab 2010
    7. Ab 2015
    8. Heute
  2. Meine Arbeitsplätze

    1. Siemens AG in Braunschweig (Ausbildung)
    2. Grundwehrdienst Bundeswehr in Munster
    3. POWER Personalservice GmbH in Hildesheim
    4. RAPIRO Haustechnik GmbH in Groß Düngen
    5. REDTREE GmbH in Castrop-Rauxel (Umschulung)
    6. REDTREE GmbH in Castrop-Rauxel
    7. Smake GmbH in Castrop-Rauxel
    8. click-licht.de GmbH & Co. KG in Recklinghausen
    9. REDTREE GmbH in Castrop-Rauxel
    10. Adwing in Neuruppin
  3. Meine Dokumente

    1. Abschlusszeugnis Realschule Langelsheim
    2. KMK-Fremdsprachenzertifikat (für englisch)
    3. Europäischer Computer Führerschein (ECDL)
    4. Einführung in das Datenbankprogramm MySQL
    5. Prüfungszeugnis Energieelektroniker / Anlagentechnik (IHK)
    6. Prüfungszeugnis Fachinformatiker / Anwendungsentwicklung (IHK)

Meine Geschichte

Ab 1984

Als ich am 02.10.1984 in Neustadt am Rübenberge (der Heimat von Bibi Blocksberg und Benjamin Blümchen) geboren wurde, hatten meine Familie und ich in Garbsen bei Hannover gewohnt, bestehend aus meiner Mutter, meinem Vater und meinem Bruder der 4 Jahre älter ist als ich. Mein Vater war zu diesem Zeitpunkt als Versicherungsvertreter selbstständig und hatte zusammen mit einem Kollegen ein eigenes Büro. Wir sind schon damals innerhalb des Ortes ein paar mal umgezogen, warum weiß ich allerdings nicht mehr so genau.

Als ich 3 Monate alt war, lag ich wegen beidseitiger Lungenentzündung im Krankenhaus. Später als ich 3 Jahre alt gewesen bin, war ich wegen Scharlach im Krankenhaus. Beide Ereignisse sind sogar so schlimm gewesen, dass ich daran fast gestorben bin. Und es sollte nicht das letzte Mal sein. Meine Kindheit war eigentlich normal und mit vielen schönen Momenten versehen. Ich hatte früh mit dem Fußballspielen im Verein angefangen. Mein Vater hat mich auch mal auf seinem Schoß unser Auto lenken lassen. Die mitunter schönsten Erinnerungen sind sicher jene, als wir jeden Sommer nach Bibione in Italien gefahren sind. Ok, die Autofahrt mit 14 Stunden war jetzt nicht so toll. In unserem Golf 3 mit Sack und Pack war das schon ziemlich eng. Ich habe meinen Bruder dafür immer bewundert, dass dieser dabei immer so gut schlafen konnte.

Jedenfalls bin ich in Garbsen auch zum Kindergarten gegangen, wo ich auch das erste mal eine Platzwunde am Kopf bekam. Ich wartete auf meine Mutter unter einer Rutsche, welche auf dicken Holzstämmen stand. Als ich meine Mutter sah und los rannte, lief ich gerade Wegs auf einen dieser Stämme zu. Als nächstes lag ich dann im Büro des Kindergarten auf dem Schreibtisch und wartete auf den Krankenwagen. Auch im Urlaub in Italien, genauer gesagt im Wasserpark "Aquasplash" hatte ich mir wieder eine Platzwunde am Kopf zugezogen. Als ich in einem Becken rumgespielt habe, bin ich mit dem Kopf gegen einen Pfeiler geknallt. Aber so gab es auch viele schöne Momente im Urlaub. Ich bin dort immer gerne Trampolin gesprungen und war auch gerne auf dem Sommerfest im Ort. Außerdem haben mir meine Eltern gesagt, dass ich meine ersten Laufschritte am Strand von Bibione gemacht habe.

Zuhause hatte ich mich übrigens zwischenzeitlich mal etwas mit dem Skateboard beschäftigt. Als ich kniend auf dem Skateboard versucht habe einen Bordstein hoch zu fahren, bin ich vornüber mit meinem Kinn auf der Bordsteinkante aufgeschlagen. Das musste dann genäht werden. Da ich aber hartnäckig bin, konnte ich es nicht lassen und versuchte es nächsten Tag nochmal. Wieder auf der gleichen Stelle mit dem Kinn aufgeschlagen und aufgeplatzt. Inzwischen hatte ich sieben Platzwunden am Kopf gehabt, wovon fünf genäht worden sind.

Ab 1990

Damals entdeckte ich auch schon meine Leidenschaft der digitalen Medien. So hatte sich mein Bruder zu einem seiner Geburtstage einen Commodore C64 gewünscht. Dazu gab es diverse Spiele, wie Olympia Turmspringen (mein Handgelenk tut immernoch weh vom Joystick hin und her wackeln), als aber auch das Spiel Ghostbusters. Von einem Freund hatte er zudem noch das Spiel Mafia ausgeliehen bekommen. Relativ zur selben Zeit hatten wir noch ein Gameboy mit Tetris und Super Mario. Ein paar Jahre später hatten wir die NES übersprungen und direkt die SNES bekommen. Von dem Zeitpunkt an war das beste Spiel Super Mario Kart, als aber auch Zelda, Sim City, Star Fox, Super Soccer, Street Fighter, F-Zero, uvm. Aber während ich so aufgewachsen bin, hatte ich schon ein gewissen Blick in die Zukunft. Ich war damals schon ein großer Fan von Saber Rider, Galaxy Rangers und Mega Man. Natürlich kamen noch andere dazu wie He-Man, She-Ra oder Captain Tsubasa. Dragon Ball fand ich erst etwas später interessant.

In meinem Kindergarten und im Fußballverein, hatte ich viele Freunde mit denen ich zusammen 1991 in Garbsen eingeschult worden bin, eine davon war auch Jantche, mit der ich sehr gerne zusammen war. Allerdings bin ich nur die 1. Klasse in Garbsen gewesen. In den Sommerferien zwischen der 1. und 2. Klasse ist unsere gesamte Familie nach Astfeld, bei Goslar am Harz gezogen (ca. 100 km entfernt). Ich weiß noch wie traurig ich damals war. Ich war so wütend auf meine Eltern als sie mir das erzählten. Am Ende hatte ich aber keine Wahl und so musste ich alles und jeden den ich kannte hinter mir lassen. Freunde zu finden war in meiner neuen Heimat nicht leicht. Wobei es nur eine neue Heimat für mich und mein Bruder war. Meine Eltern kommen aus Astfeld und sind dort aufgewachsen. Für mich stellte sich das etwas schwieriger heraus. Mein Bruder war schon in einer anderen Schule und so war ich in der Grundschule auf mich alleine gestellt. Alle anderen Kinder kannten sich schon. Ich war der Neue. Ich weiß noch wie ich rumgeschubst worden bin. So ein anderes Kind hatte eine Linie auf den Boden gemalt und gesagt, wehe ich würde die übertreten. Andere Jungs hatten mich dann einfach drüber geschubst. Ich hatte zu dem Zeitpunkt keine Freunde, außer die Pausenklingel.

Zu meiner Begrüßung als “Neuer” im Ort, hatten meine Eltern einen Spieletag in unserem Garten veranstaltet. Eigentlich eine tolle Idee. Allerdings haben viele gesagt, dass sie es lächerlich fanden. Glücklicherweise habe ich schnell wieder mit dem Fußball angefangen, wodurch ich neue Freunde gewinnen konnte. Dadurch konnte ich einen gewissen Respekt bei anderen Kindern erlangen. Aber nicht weil ich ein guter Fußballspieler war, sondern weil ich sportlich schon immer sehr ehrgeizig gewesen bin. Beim Fußball gehörte ich zu den schnellsten Läufern und die den härtesten Schuss hatten. Dieser war nur nicht sehr präzise. Aber auch im Schulsport konnte ich andere beeindrucken, als ich mehrere Preise im Leichtathletik gewonnen habe.

Zwischenzeitlich hatte ich dann auch einige Freunde und Freundinnen. Weiß noch wie ich bei einer Freundin Sabrina, im Zimmer auf ihre Barbie-Häuser und Backstreet Boys Poster geguckt habe. Waren interessante Erfahrungen. Insbesondere wie nervös ich immer war, wenn ich mit ihr zusammen und mit Ihren Eltern zum essen eingeladen war. Also Small Talk ist eine Kunst, die ich bis heute nicht geschafft habe zu meistern.

In der Schule war ich von den Zensuren her immer eher unterer durchschnitt. Lediglich Sport, Musik, Kunst und Mathe sind mir immer leicht gefallen. Leider habe ich es bis heute verpasst, ein Instrument zu lernen. Allerdings war ich in der Zwischenzeit auch mal im Spielmannszug aktiv und habe Trommeln gespielt und bin gleichzeitig im Schützenverein gewesen.

Ab 1995

Gegen Ende meiner Grundschulzeit bekam ich dann auch meinen ersten PC zu Weihnachten geschenkt. Einen Compaq-PC auf dem eigentlich Windows 95 laufen sollte. Hinterher hatten mir mein Bruder und meine Eltern gesagt, dass sie stundenlang versucht haben, es zum laufen zu bringen. Aber leider hatten sie es nicht geschafft und so funktionierte der Computer nur mit Microsoft DOS und Windows 3.11.

Da ich Niedersachsen gewohnt habe, bin ich von der 5. und 6. Klasse zur Orientierungsstufe in Langelsheim gegangen. Die meisten meiner Freunde aus der vorherigen Schule und Vereinen, haben sich zusammen mit Kindern aus den anderen Orten, über drei Parallel-Klassen aufgeteilt. Die markantesten Momente waren zu dieser Zeit sicherlich, dass ich mit 12 mit dem Rauchen angefangen habe. Auch gab es da so ein Moment, als meine Tante, mütterlicherseits, zu Besuch war. Diese stürmte den einen Tag in meine Klasse und wollte mich mitnehmen, weil sie dachte ich wäre ihr Sohn. Inzwischen hat sie anerkannte Schizophrenie. Das meine Familie zu diversen psychologischen Störungen neigt, offenbarte sich mir aber erst Jahre später.
Es gab auch eine echt schöne Phase, nämlich als ich mit Nadine zusammen gewesen bin. Man war das lustig als ich sie kennengelernt habe. Sie war eine Schülerin in einer Parallel-Klasse. Ich hatte meinen Kumpel mit einem Brief ala “Willst Du mit mir gehen?” beauftragt ihn ihr zu geben. Hatte funktioniert.

In der zweiten Jahreshälfte von 1997 bin ich dann zur Realschule Langelsheim gekommen. Diese ist im gleichen Gebäude wie die Orientierungsstufe.
War ziemlich aufregend, da die Klassen wieder bunt gemischt zusammengestellt wurden. So waren auch manche dabei, welche vom Gymnasium runter gestuft worden waren, als aber auch welche die einfach sitzen geblieben sind. Eine,die ein Jahr älter als ich ist und sitzen geblieben war, heißt Janine, mit der ich dann recht schnell zusammen gekommen bin. So war sie es, mit der ich auf meinem 13. Geburtstag mein erstes Mal hatte.

Das war auch so lustig. Zu dem Zeitpunkt hatte ich über den Fußball meinen besten Freund Stefan kennen gelernt. Als einzige im Team waren wir beide Werder Bremen Fan, was uns verband. Allerdings war er einer von diesen Hip-Hop-Skater-Typen und eigentlich völlig anders als ich. Dennoch verstanden wir uns damals super. Durch ihn hatte ich damals auch das erste mal Kontakt mit Cannabis bekommen.

Wie auch immer. Auf meinem Geburtstag, als meine Freundin und ich uns so herantasten, wobei ich eher getastet habe und sie sich schon auskannte, ging das ganze nur ca. 20 Minuten. Also “gekommen” ist niemand, außer ins Zimmer. Nämlich Stefan der wach war und sagte er könne nicht schlafen. In jedem Fall ein Ereignis, welches lustig in meiner Erinnerung bleibt.
Die folgenden Monate und Jahre wurden dann etwas einschlägiger und sollten mein Leben für immer verändern.

Als ich 14 war, hatten sich viele Ereignisse überschlagen.
In dem Haus in dem wir wohnten, war das Elternhaus von meiner Mutter. Ihr Vater, also mein Großvater, wohnte zu dem Zeitpunkt dort noch. Bis dieser dann dort gestorben ist. Es war ein natürlicher Tod im Krankenhaus. Im ging es die letzten Jahr zuvor zusehends schlechter. Interessanterweise konnte ich sowohl damals, als auch heute nicht über sein Ableben weinen. Und das obwohl ich ihn unheimlich gerne gemocht habe und auch in gewisser weise ein Vorbild war. Anders als die Großeltern väterlicherseits. Die konnte ich noch nie leiden.
Jedenfalls ließen sich in diesem Jahr dann auch meine Eltern scheiden. In jenem Jahr waren wir noch ohne meinen Bruder, das letzte mal in Italien im Urlaub. Der absolute Hammer war, als sich meine Eltern dort gestritten hatten und mein Vater einfach abgehauen und nach Hause gefahren ist. Er hat meine Mutter und mich völlig alleine in Italien gelassen. Wir beide musste zusehen wie wir von dort nach Hause kommen mussten. Das habe ich und werde ich ihm niemals verzeihen.
Mein Bruder hatte derweil sein eigenes Leben mit 18 begonnen und mit seiner Ausbildung angefangen. Da mein Vater ausgezogen war, hatte ich ihn die erste Zeit etwas widerwillig besucht gehabt. Bis er mich immer häufiger versetzt hatte. Ich bin zwar zu ihm gegangen, aber er war nicht da. Später stellte sich heraus, dass er lieber im Sportheim am Fußballplatz war.

Da ich evangelisch-lutherisch getauft bin, hatte ich in dem Jahr auch noch meine Konfirmation. Mein Vater hatte ich zu dem Zeitpunkt eher widerwillig eingeladen gehabt und meine Großeltern väterlicherseits, kamen trotz Einladung gar nicht erst. Bis auf ein paar zufällige Begegnungen in den folgenden Monaten, war das auch das letzte Mal bis heute, dass ich mein Vater gesehen, bzw. überhaupt irgendwie Kontakt hatte. Er ist damals Weg gezogen ohne was zu sagen oder jemals zu versuchen wieder Kontakt aufzunehmen. Wie sich später herausstellte, ist mein Vater glücksspielsüchtig. Dies hatte ich erst später erfahren, da meine Mutter zu jener Zeit immer für ihn gebürgt hatte bei Krediten. Er sagte immer, er brauche diese für sein Geschäft. Als er später Insolvenz angemeldet hatte, hatte er meiner Mutter alle Schulden hinterlassen.

Meine Konfirmation war allerdings einschlägiger, als ich damals dachte. Ich hatte mich mit meinem besten Freund Stefan ziemlich stark betrunken gehabt. Wir sind dann später im Ort an der Schule betrunken eingeschlafen, bis uns mein Bruder abgeholt hat. Wobei mein Bruder zu seiner Konfirmation nicht sehr viel anders gewesen ist.

Aber mein Bruder hatte zu jener Zeit einen sehr guten Einfluss auf mich und war sozusagen mein letztes lebendes männliches Vorbild aus meiner Familie.
Er hatte nach seiner Konfirmation mit dem Tanzen bei der Tanzschule Kastern in Goslar angefangen gehabt. Nach einem gewissen Widerstand von mir, hatte er mich dann doch dazu gebracht auch mit dem Tanzen dort anzufangen. Und ich habe es nie bereut.

Das war dann auch eine weitere Zeit des Umbruchs in vielen Bereichen meines Lebens gewesen. Meine Freundschaft mit Stefan ging dem Ende entgegen, da sich unsere Interessen immer weiter voneinander entfernten.
Auch war es die Zeit als ich mit meinen Freunden, mit den ersten Besuchen in der Dorf-Discothek “Beat Club” angefangen habe. Von da an, gab es dann auch bei praktisch jedem Besuch an den ich mich bis heute erinnern kann Alkohol bis zum abwinken.
Auch der Freundeskreis hatte sich etwas erweitert, da wir mit älteren Jugendlichen zusammen gekommen sind und uns häufiger im Ort an Wochenenden getroffen hatten.

Ab 2000

Ab jetzt werden die Erinnerungen noch bruchstückhafter. Zum einen weil ich ziemlich oft Nachts in Discos unterwegs war und zum einen viel auf LAN-Parties war. Aber eins nach dem anderen.

Im letzten Schuljahr hatte ich mich sehr viel mit dem PC beschäftigt und ein sehr großes Interesse an seiner Funktionsweise entdeckt. Daher hatte ich auch ein Schülerpraktikum bei Vobis in Goslar gemacht gehabt. Als Inspiration aus dem Film Independence Day, wollte ich eigentlich Fernsehtechniker werden. Nachdem ich mich mit dem Berufsbild allerdings näher befasst hatte, hatte ich beschlossen mit mehr mit dem IT-Systemelektroniker zu beschäftigen.

Spannend war allerdings unsere Abschlussfahrt in der 10. Klasse nach Prag. Ich war ja schon immer etwas rebellisch. So war ich es dort dann auch. Nicht nur, dass ich mir mit 15 Jahren habe mein Tattoo stechen lassen, so hatten wir dort noch anderes erlebt.
Nach drei Tagen gingen mir und ein paar weiteren Klassenkameraden die ganzen Ausflüge von Morgens bis Abends stark auf die Nerven. Daher hatte ich rebelliert gehabt und konnte von dort an im Hotel bleiben. Also ich hatte mit der Rebellion angefangen und drei andere hatten es mir nachgemacht. Und eigentlich wollten sie uns dann auch nach Hause schicken, was aber zuviel Aufwand gewesen ist.
Geil war dann der eine Abend. Zwischenzeitlich hatte sich über die letzten Monate eine Freundschaft zu zwei Jungs und einem Mädel in meiner Klasse aufgebaut. Die drei waren allesamt sitzen geblieben und ein Jahr älter als ich.
Als wir dann an dem einen Tag zusammen durch die Stadt in Prag am Tattoowierer vorbei gingen, hatte das Mädel Vanessa gesagt, falls sich einer von uns tätowieren lässt, könnten wir alle gleichzeitig mit ihr schlafen. Tja, wie ich halt bin, habe ich mich am nächsten Tag auf meiner Schulter tätowieren lassen und die Wette gewonnen. Die anderen beiden hatten sich ja nicht getraut.
Am selben Abend dann waren wir also zu viert auf dem Zimmer. Passiert ist aber überhaupt nichts. Wir haben geschlagene sieben Stunden damit verbracht zu überlegen, wie wir das ganze angehen. Man war das lustig. Wir hatten auf unseren Abschluss-T-Shirts dann auch einfach “7-Stunden” stehen. Ein Insider von dem niemand was wusste außer wir vier.

In den nächsten paar Jahren hatte ich dann die Zeitschriften Computerbild und PC Games Hardware abonniert. Ich habe gerne Computer auseinander genommen und wieder zusammengebaut gehabt. Auch war ich dann mit einem anderen Freundeskreis gerne auf LAN-Parties unterwegs. Wir spielten die damals üblichen Spiele über Counter-Strike, StarCraft, Diablo, Command & Conquer, Duken Nuken 3D, Blood, Doom und Quake. Mein persönlicher Favorit ist ja Quake 3 Arena, bzw. Rocketarena. Aber bei Quake 3 bin ich bis heute nie über Hunter auf Nightmare nie hinaus gekommen.
Natürlich habe ich über die Jahre auch andere PC-Spiele gezockt wie Sims, Anno, Age of Empires, Unreal Tournament, Star Trek Online, Star Wars The Old Republic und World of WarCraft.
Auch meine ersten Internet Erfahrungen hatte ich in der Schule und privat gemacht, mit dem Netscape Communicator und dem Messenger ICQ. Auch hatte ich versucht erste Websites mit Microsoft Frontpage zu bauen auf Frame-Basis. Oh man.

Natürlich sind in der LAN-Szene auch Filme sehr beliebt gewesen. So weiß ich noch wie die Filme Hackers und Matrix gesehen hatte. Und wie ich im ersten Teil von Herr der Ringe in einem Raucherkino war. Und als ich zweimal in dem Film Titanic war - mit zwei verschiedenen Freundinnen.

Nach der Schule hatte ich jedenfalls meine Ausbildung bei der Siemens AG in Braunschweig (Niedersachsen) zum Energieelektroniker / Anlagentechnik (IHK) angefangen. Mein erstes Handy war zunächst das Nokia 3210, dann das 3310 und später noch das 8210.
Da ich in meiner Ausbildung auch das Löten von Bauteilen auf Platinen gelernt hatte, war in unserem Job das verlöten von anderen LED’s in Handys sehr angesagt zu der Zeit.

Mit dem Beginn meiner Ausbildung hatte sich allerdings nicht nur mein Freundeskreis extrem verändert, sondern auch mein restliches privates Umfeld.
So habe ich wenig später nach dem Beginn meiner Ausbildung, nach 11 Jahren Fußball und 5 Jahren Tanzen (Standard und Latein) mit beiden Sportarten aufgehört. Stattdessen hatte ich dann sporadisch mit Kraftsport (Bodybuilding/Fitness) angefangen.

Während meiner Ausbildung konnte ich außerdem auch meine ersten Erfahrungen mit “Social Media” machen. So war ich recht aktiv im FFN-Chat und auf meinVZ. Und auch auf der Arbeit hatte ich erste Erfahrungen mit Office 97 und Windows NT 4.0 gemacht. Ebenso wie Erfahrungen mit den Logik-Steuergeräten Simatic S5 und S7 von Siemens.

Des Weiteren habe ich beim Tanzen meine erste, echte große Liebe kennengelernt: Sara. Mir ist sie das erste mal aufgefallen, als ich im fortgeschrittenen Kurs gewesen bin und sie im Anfängerkurs. Auf dem Tanz-Abschlussball 2002 im Winter, als alle unsere Kurse anwesend gewesen sind, habe ich mich die ganze Zeit gefragt, ob ich sie ansprechen soll. Nachdem Franziska, meine Tanzpartnerin gesagt hat “sprich sie halt an”, habe ich mich zu Sara und ihrer Freundin an den Tisch gesetzt. So sind wir ins Gespräch gekommen. Sie selbst hatte eine Ausbildung zur zahntechnischen Assistentin in Göttingen angefangen gehabt, also ca. 80 km entfernt, weswegen sich unsere Beziehung überwiegend auf das Wochenende beschränkte. Eine Wochenendbeziehung ist nicht unbedingt eine Erfahrung, welche ich wieder erleben möchte. Mit ihr war meine bisher längste Beziehung mit 13 Monaten.

Ab 2005

Im Frühjahr 2005 habe ich dann meine Ausbildung beendet. Da mich Siemens nicht übernehmen wollte, da ich auch dort etwas rebellisch gewesen bin, musste ich mich nach der Ausbildung anders umsehen. Warum ich in meiner Ausbildung so aufgefallen bin, lag im Grunde nur daran, dass mir mit den Jahren aufgefallen ist, dass auf den Beruf eigentlich gar keine Lust habe. Dennoch hatte ich den ehrgeiz es bis zum Abschluss durchzuziehen.

Ich bin dann direkt nach der Ausbildung zur Bundeswehr gegangen. Dort war ich die neun Monate Grundwehrdienst. Eigentlich wollte ich dort sogar verlängern, hatte jedoch private finanzielle Probleme. Um genau zu sein, konnte ich selbst noch nie sonderlich gut mit Geld umgehen. Was dazu führte, dass ich zu diesem Zeitpunkt schon eine Privatinsolvenz am laufen hatte. Diese ging bis einschließlich 2012. Diese kam dadurch zustande, dass ich immer irgendetwas auf Rechnung gekauft habe oder per Bankeinzug und mir dann das Geld wieder zurückgeholt habe. Ebenfalls kamen anfangs sehr hohe Mobilfunkrechnungen hinzu, welche ich nicht bezahlt hatte. Alles in allem belieft sich das Ganze auf ca. 11.000 Euro. Nach der Bundeswehr habe ich dann bei einer Zeitarbeitsfirma in Hildesheim angefangen. Ich weiß noch den einen Tag, als die mich in eine Fabrik geschickt haben, wo ich irgendwelche komischen Plastik Teile zusammenstecken sollte.

Da bin ich nächsten Tag direkt zu meiner Ansprechpartnerin in der Zeitarbeitsfirma hingegangen und hab gesagt, dass ich das nicht mehr machen werden. Was in meinem Fall ja auch kein Problem war, da ich arbeiten, welche nicht meinem beruflichen Profil entsprechen, nicht annehmen muss.
Glücklicherweise bin ich nach ein paar Monaten von einer anderen Firma übernommen worden in Hildesheim. Ich hatte sehr viel Einsatz und Kompetenz auf einer Großbaustelle erwiesen, weswegen die mich als Elektromonteur einstellen wollten.

Am 01. Mai 2008 hatte ich dann einen sehr schweren Autounfall. Vorweg: Ich war alleine, niemand anderes kam zu schaden und ich war selber schuld. Niemand sonst.
Im Harz gibt es die Walpurgisnacht vom 30. April auf den 1. Mai oder auch “Hexenverbrennung”. Jedenfalls sind meine Freunde ich an am 30. April 2008 auf einem Stadtfest gewesen. Zunächst bin ich kein Auto gefahren, da ich zusammen mit den anderen Alkohol getrunken habe. Während den Festlichkeiten hatte ich mir nebenbei mit meiner damaligen Freundin Katharina gesimst (klassische SMS.WhatsApp oder sowas gab es noch nicht). Eigentlich hatten wir beide untereinander ausgemacht, dass jeder von uns den Abend mit seinen Freunden verbringt. Allerdings hatte sie mir gesagt, dass sie was bei ihrer Freundin zu Hause unternehmen wollten. Als sie mir später am Abend berichtete, dass sie mit ihren Freundin in die Disco (“Fun Factory Bad Harzburg”) gefahren sind, bin ich ziemlich eifersüchtig geworden, bzw. bei dem Gedanken, dass sie dort wegen anderen Männern hingefahren ist (Inzwischen weiß ich auch, dass eifersucht ein Zeichen mangelndes Vertrauen ist).

Die SMS-Schreiberei mit ihr ging noch ein bisschen hinterher, bis wir kurz nach Mitternacht vom Stadtfest zurück nach Goslar gefahren sind. In der Zwischenzeit ist meine Eifersucht so groß geworden, so dass ich mein Mietauto genommen hatte (BMW 120d) und bin betrunken zu ihr in die Disco gefahren. Als ich dort angekommen war, hatte ich mich mit ihr auf der Tanzfläche ziemlich heftig gestritten. Und sie hatte auch schon meine Autoschlüssel in Hand. Unglücklicherweise hatte ich sie mir von ihr zurückgenommen, so dass dann Wutentbrannt vor unreifer Eifersucht los gefahren bin.
Auf dem Weg zwischen Bad Harzburg und Goslar, liegt auf dieser Strecke der Ort Vienenburg durch den ich sicherlich mit 160 km/h durchgefahren bin. Als am Ortsausgang die Kurve nicht mehr richtig bekommen habe, bin ich mit der fahrerseite frontal gegen den Baum geknallt. Die Polizei und Feuerwehr schätzten, dass ich ca. 120-160 km/h gefahren bin. Ich weiß es allerdings nicht mehr. Ich erinnere mich auch nur noch vage, da ich wohl extrem unter Schock gestanden habe. Das einzige woran ich mich erinnere ist, als meine Beine eingequetscht gewesen waren und ich sagte, dass ich sie nicht bewegen kann. Ich hatte Angst querschnittsgelähmt gewesen zu sein. Der Feuerwehrmann sagte jedoch nur, dass meine beiden Beine gebrochen seien. Als nächstes erinnere ich mich daran, wie ich in der Intensivstation aufgewacht bin und meinen Bruder als erstes gesehen hatte und anschließend meine Mutter. Da ich an ein Beatmungsgerät angeschlossen gewesen war, konnte ich nicht reden. Allerdings waren sowohl mein Bruder, als auch meine Mutter sichtbar froh, dass ich sie erkannt habe und ich offenbar keine ernsthaften Schäden am Gehirn davon getragen hatte.

Zusammengefasst war ich fünf Tage im Koma, hatte sechs Knochenbrüche (Sprunggelenk rechts, linkes Schienbein, beide Oberschenkel, rechter Oberschenkel doppelbruch, linkes Schlüsselbein durch den Anschnallgurt), sowie innere Blutungen der Milz und die linke Seite der Lunge war gequetscht. Außerdem war ich fünf Wochen im Krankenhaus und konnte ausschließlich nur auf dem Rücken schlafen, da beide Beine quasi komplett gegipst waren.
Was habe ich gelernt? Eifersucht ist eine unreife Illusion, Anschnallgurte und Airbags retten genauso leben wie die Feuerwehr und die Krankenhäuser. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich praktisch keine bleibende Schäden habe, bis auf ein paar Narben.

Allerdings habe ich im Krankenhaus noch eine erschreckende Erfahrung gemacht: In solchen Situationen zeigt sich tatsächlich erst, wer wahre Freunde sind. Katharina hat mich wegen ihrem schlechten Gewissen genau einmal besucht, danach habe ich sie nie wieder gesehen. “Freunde” mit denen ich jahrelang, praktisch jedes Wochenende, was unternommen hatte, sind während des gesamten Aufenthalts von mir nur zweimal da gewesen. Allerdings gab es noch drei Personen von denen ich es weniger erwartet habe, sich aber als echte Freunde herausgestellt haben: Marc André (ein Freund seit der Grundschule), Sonja (eine Ex-Freundin) und Sara! Diese drei Personen haben mich am häufigsten besucht und das werde ich ihnen für immer hoch anrechnen.

Da ich mit zwei gebrochenen Beinen ziemlich unflexibel gewesen bin und auch meine Wohnung in Goslar nicht für Rollstühle geeignet gewesen ist, hatte ich beschlossen, erstmal wieder zu meiner Mutter zu ziehen. Diese ist inzwischen in Roth bei Nürnberg gewesen.
Die Ironie dabei ist, dass ich kurz vor dem Unfall zu ihr sowieso gesagt habe, dass ich aus der ganzen Situation mit meinen “Freunden” raus wollte, da ich gemerkt habe, dass die nicht gut für mich sind. Als ich bei ihr gewesen bin, habe ich nach ein paar Monaten bin ich wieder ins Fitnessstudio gegangen und habe mich selbst aufgebaut. Interessanterweise bin ich nicht zu einer Reha gekommen, da aufgrund meines Umzugs Zuständigkeitsprobleme bei der Rentenversicherung und dem Arbeitsamt entstanden sind. Meine Reha zu meinem Unfall hatte ich erst ein Jahr später, was somit ziemlich sinnlos gewesen ist, da ich mich bis dahin schon selbst wieder aufgebaut hatte.

In der Zwischenzeit hatte sich mein Bruder mit seiner jetztigen Frau in Recklinghausen im Ruhrgebiet niedergelassen. Da die Hochzeit zu der Zeit noch bevor stand, ebenso wie meine Neffen noch in der Planung waren, hatte er angeboten, ob ich nicht zu ihm kommen will. Unter anderem auch deswegen, weil der Arbeitsmarkt mit den umliegenden Städten etwas großzügiger ausfällt.

Ab 2010

Zunächst hatte ich kurz bei meinem Bruder in einer angemieteten Wohnung hinter Ihrem Haus gewohnt gehabt, welches mein Bruder für sein Hobby nutzte. Er selbst hatte seit mehreren Jahren Modefotografie betrieben - zunächst vor der Kamera und anschließend dahinter. Und so wollte ich dies auch mal ausprobieren, so dass ich etwa ein Jahr lang fotografiert habe. Durch meine technischen Ambitionen, konnte ich auch gleich recht gut mit Photoshop umgehen. Sehr inspirierend für meine Arbeiten waren die Fotografen: Oli M., Body in Nature, Tim Tadder und Calvin Hollywood.

Nach mehreren Schreiben mit der Rentenversicherung, welche immer noch mit meinem Unfall zu tun hatten, ging es nun mehr um die Frage der zukünftigen Beschäftigung. So konnte ich ärztlich eine Bescheinigung erwirken, welche es mir erlaubt eine Umschulung, als duale Ausbildung, anzutreten. Mein Bruder war zwar der Meinung ich solle Mediengestalter lernen, da es meine kreative Art in Bild und Musik unterstützt hätte. Jedoch war ich anderer Meinung und wollte lieber meine technischen Fähigkeiten von der Hardware, auch auf die Software übertragen können.

Und so kam es dann, dass ich nach ein paar Bewerbungen, bei der Redtree GmbH in Castrop-Rauxel meine Umschulung zum Fachinformatiker / Anwendungsentwicklung (IHK) angetreten habe. Nachdem ich zweimal bei der Abschlussprüfung durchgefallen bin, konnte ich beim dritten mal im Sommer 2013 bestehen. Ab da bin ich nun offiziell “Programmierer”.

Allerdings läuft das Leben in einer Werbeagentur, wie viele wissen, sehr hektisch und Performance-getrieben ab. Meine Kollegen und ich standen immer massiv unter Druck, obwohl mir das lange Zeit gar nicht so aufgefallen ist. Bis ich im Herbst 2014 einen ganz schönen Burnout hatte. Wir waren praktisch dazu verdonnert, drei Monate durchzuarbeiten. Ich habe in der Zeit fünf Wochenende komplett durchgearbeitet, mit jeden Tag zwischen 10-14 Stunden. Ich fühlte mich nur noch wie im Rausch, ohne betrunken zu sein. Wir standen so sehr unter Druck, weil wir insgesamt 12 Websites fertig stellen mussten. Alles eigenentwicklungen gewesen, als keine vorgefertigten CMS oder so.

Ab 2015

Im Jahr 2015 haben dann ein paar andere Programmierer von Redtree und ich gekündigt und sind im Ort zu Smake, einem Unternehmen gewechselt, welches sich auf Textildruck für Unternehmen spezialisiert hat (B2B). Technologisch sehr weit vorne, da sie ein on-Demand Industrie 4.0 System haben. Die Bestellung aus dem Onlineshop geht direkt über die Produktion zum Versand, im Idealfall in unter 7 Minuten. Ein sehr beeindruckendes System, welches sich die Mitarbeiter dort über die Jahre aber auch mühselig aufgebaut haben.

Allerdings habe ich für mich festgestellt, dass es dort nicht das richtige für mich gewesen ist. Ich fühlte mich zu stark in meinen Fähigkeiten eingeschränkt, weswegen ich den Arbeitgeber gewechselt habe. Außerdem kam dann verstärkt dazu, das ich sehr häufig alkoholisiert war, auch unter der Woche.
Wenngleich ich auch nie vor oder auf der Arbeit Alkohol getrunken habe. Bis heute nicht.

Als nächstes habe ich dann also bei click-licht.de in Recklinghausen angefangen, einem Onlineshop welche Beleuchtung primär für Endkunden verkauft (B2C). Verlockend ist am Anfang vor allem die Tatsache gewesen, dass ich einen 10-tägigen Lehrgang bei Uwe Tippmann (ehemals Head of SEO von Yahoo) im Bereich SEO bekommen haben. Dies ist insofern interessant, da er solche Dienst eigentlich nicht anbietet. Ich bin im und seinem Know-How sehr dankbar, da ich sehr viel gelernt habe.

Als mich dann allerdings der Alkohol und auch der Cannabis-Konsum immer stärker eingeholt haben, hatte ich dann auch bei click-licht.de gekündigt gehabt.
Jedoch wollte ich mir selbst etwas beweisen, von wegen “stell dich deinen Ängsten”, so dass ich nochmal kurze Zeit bei der Redtree GmbH angefangen habe zu arbeiten.
Allerdings habe ich dann langsam aber sicher erkannt, dass ich eine echt Sucht nach Alkohol und Cannabis hatte und diese immer schlimmer wurde. Dazu kam außerdem eine Sucht nach Pornos und Computerspielen. Diese Süchte haben dann unter anderem dazu geführt, dass ich Verschwörungen gesehen habe, wo keine sind und mich mit Leuten auf eine Art angelegt, die völlig unangebracht gewesen ist. Das tut mir auch immer noch leid, da ich mit meiner eigenen Achtsamkeit noch zu sparsam bin.

So kam es dann, dass ich im Oktober 2017 mein “Problem” selbst erkannt habe. Denn es ist kein “Problem”, sondern eine Krankheit die ich habe: Ich bin Suchtkrank. Zu diesem Zeitpunkt war es konkret: Alkohol (mit bis zu einer Flasche Wodka pro Tag, bzw. 2 Flaschen Wein und Bier), Cannabis (mehrere Gramm pro Tag), Pornos (mehrfach jeden Tag), Computerspiele (wie World of WarCraft, in der restlichen Zeit) und Nikotin (bis zu 20 Zigaretten pro Tag). Außerdem war die Krankheit so stark, dass ich mich für mein eigenes Leben nicht mehr interessierte. Ich habe monatelang die Post nicht aufgemacht und somit diverse Abmahnungen bekommen. Außerdem bin ich zum Messi geworden und bei mir zu Hause sah gruselig aus. Von den ganzen Alkohol-Flaschen die überall in der Wohnung standen ganz zu schweigen.

Ich ging selbstständig zu einem Psychater um mir meine Überweisung für das Krankenhaus für die Psychiatrie, für den Entzug, zu holen. Dort bin ich drei Wochen gewesen, bis ich anschließend eine sechsmonatige Entwöhnungstherapie in Wied gemacht habe.
In der Therapie hat sich unter anderem herausgestellt, dass ich jemand bin der eine mittelgroße Stadt mit viel Wasser in der Umgebung braucht. Jedenfalls was die geographische Lage angeht.
Außerdem sind mir auch Menschen sehr wichtig, obwohl ich das über die Jahre immer mehr abgebaut und mich selbst isoliert hatte. So nebenbei, hatte seit über zehn Jahren kein Sex. Auch habe ich praktisch bis heute keine echten Freunde mehr, seit ich Goslar vor über zehn Jahren verlassen habe. Für mich gab es seit damals nur Arbeit, mein Bruder und meine Mutter.

Während der Entwöhnungstherapie haben mein Therapeut und ich, für mich eine Adaption in Betracht gezogen. Dies sollte mir dabei helfen, mich von alten Dingen zu lösen und neue Wege einzuschlagen. Bedingt hat das auch funktioniert. Allerdings ist es so, dass man sein emotionalen Ballast überall mit hin nimmt. Entweder ich halte es aus oder ich rede mit anderen Menschen darüber. Mit Emotionen komme ich am besten klar, wenn ich sie mit anderen Menschen teilen kann. Aber meine Zwischenmenschlichkeit ist über die Jahre etwas auf der Strecke geblieben, weswegen ich verbal zu Ausrastern neige. Selbstbeherrschung empfinde ich immer noch als schwierig.
Jedenfalls bin so Anfang 2018 in die Adaption nach Neuruppin in Brandenburg bei Berlin gekommen. Da ich während der Adaption ein Praktikum machte musste, hatte ich mich bei Werbeagenturen im Ort beworben. Viele gab es nicht. Jedoch gab es eine bei der ich vom Praktikum heraus bis heute geblieben bin. Unter anderem auch deswegen, weil ich dem Chef als auch den Kollegen offen meine Suchtkrankheit anvertrauen konnte, ohne dass sie mich verurteilen.

Heute

Heute bin ich “Head of Digital” bei Adwing in Neuruppin.

Und auch wenn ich zwischenzeitlich, also nach meiner Therapie, in der Tat diverse Rückfälle mit allen meiner Suchtmittel und schlechten Angewohnheiten gehabt habe, so bin ich jedoch aktuell trocken, clean und ich genieße es. Denn ich weiß jetzt auch warum: Ich liebe das Leben :)


Meine Arbeitsplätze

Siemens AG in Braunschweig (Ausbildung)

September 2001 – Februar 2005

Ausbildung zum Energieelektroniker / Anlagentechnik (IHK) mit dem Schwerpunkt:

Grundwehrdienst Bundeswehr in Munster

März 2005 – Dezember 2005

Fernmeldesoldat im Anschlusszug mit dem Schwerpunkt:

POWER Personalservice GmbH in Hildesheim

Juli 2006 – März 2007

Elektriker mit dem Schwerpunkt:

RAPIRO Haustechnik GmbH in Groß Düngen

März 2007 – Mai 2008

Elektromonteur mit dem Schwerpunkt:

REDTREE GmbH in Castrop-Rauxel (Umschulung)

September 2010 – Juni 2013

Umschulung zum Fachinformatiker / Anwendungsentwicklung (IHK) mit den Unternehmensschwerpunkten:

REDTREE GmbH in Castrop-Rauxel

Juli 2013 – August 2015

Frontend Developer und Senior SEO Consultant mit den Schwerpunkten:

Smake GmbH in Castrop-Rauxel

August 2015 – Mai 2016

Frontend Developer und Senior SEO Consultant mit den Schwerpunkten:

click-licht.de GmbH & Co. KG in Recklinghausen

Oktober 2016 – Februar 2017

SEO Manager mit den Schwerpunkten:

REDTREE GmbH in Castrop-Rauxel

Juli 2017 – Oktober 2017

Senior SEO Consultant mit den Schwerpunkten:

Adwing in Neuruppin

Mai 2018 – Heute

Head of Digital mit den Schwerpunkten:

Letzte Arbeit: adwing.de/solutions/website-checklist/


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